Stefan Kern, Communication Manager / PR-Berater - 24. Okt 2017
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Die Werbewoche fragte, Reto Schild antwortete: Unser Creative Director stellte sich den 13 Fragen. Dabei verrät er, warum er Profiskifahrer geworden wäre, wenn es mit der Werbung nicht geklappt hätte, und welche Werbung ihm selber ein Graus ist.

Der Artikel ist eine Abschrift des Interviews aus der Werbewoche Nr. 16/17. Artikel als PDF downloadenArtikel als PDF downloaden.
Welche Printmedien haben Sie privat abonniert?
Wir haben zuhause die NZZ am Sonntag. Ich liebe die Zusammenfassungen der wichtigsten Artikel meiner Frau.

Was halten Sie von Influencer Marketing?
Castingshows und soziale Medien haben zu einer Demokratisierung von Testimonials geführt. Influencer Marketing widerspiegelt nichts anderes als die heutige Medienwelt.

Wie sieht Ihr privater TV-Konsumverhalten aus?
Ich gehöre zu einer Generation, die noch Fernsehen schaut – allerdings fast nur noch zeitversetzt. Lediglich Livesport konsumiere ich noch linear. Ansonsten nutze ich den TV einfach als grossen Screen.

Wären Sie nicht Werber geworden – was dann? 
Skirennfahrer. Ich brauche Herausforderungen und Action. Früher bin ich 24-Stunden-Skirennen gefahren.

Stimmt für Sie die kolportierte Meinung, dass man in Agenturen nicht alt werden kann, oder ist das ein Vorurteil?
Das Vorurteil drückt den Drang nach Neuem in der Branche aus. Um Chancen in der Werbung zu nutzen und konstant gute Qualität zu liefern, braucht es aber die Erfahrung der alten Hasen.

Hat das klassische Agentur-Modell langfristig eine Zukunft?
Eine Agentur muss sich ständig wandeln und sich laufend nach den Anforderungen des Marktes ausrichten. Am Agenturmodell zu arbeiten, ist somit ein stetiger Prozess. Ich kenne es gar nicht anders.

Fallen Sie auf Werbung herein? Wann?
Wenn ich mich selber nicht von Werbung beeinflussen lassen würde, würde ich nicht mehr an meinen Berufsstand und somit an mich selbst glauben.

Ein Buzz-Wort, das Ihnen auf die Nerven geht?
Digitale Transformation. Sie ist schon längst kein Hype mehr, sondern Fakt. Wer um diesen Begriff noch viel Lärm macht, erkennt nicht, dass wir schon mittendrin stecken.

Was hat Sie inspiriert, in die Werbe-/Kommunikationsbranche einzusteigen?
Bene Abegglen. Das Urgestein der Berner Werbeszene hat mich vor vielen Jahren in die Welt der Werbung eingeführt. Er ist ein inspirierender Querdenker und hat immer an mich geglaubt.

Welchen Werbeträger finden Sie abscheulich?
Sponsorenbranding auf dem Hemdkragen ist einfach übel – sowohl aus modischer als auch werberischer Sicht. Es gibt wohl keine aufdringlichere Art, das eigene Logo ins Fernsehen zu bringen.

Nennen Sie uns eine Kampagne, die Ihnen in letzter Zeit positiv aufgefallen ist – aber nicht von Ihnen stammt.
Die Neuinszenierung der Symbole der Bergwanderwege von JvM/Limmat. Ich fotografiere solche Markierungen schon seit Jahren, kam aber selber nie auf die Idee, daraus eine Kampagne zu machen.

Welchen Berufskollegen würden Sie mit auf die einsame Insel nehmen?
Roman Hirsbrunner. Von seiner Zeit bei Maxomedia kenne ich ihn bestens. Mit seiner Intelligenz und meiner Bodenständigkeit würden wir bestimmt sehr lange überleben. 

Wieso entsprechen Sie nicht den gängigen Klischees eines Werbers?
Ich kann mich für alles begeistern, höre mich selber gerne reden und trage Sneakers zu Anzügen. Eigentlich entspreche ich so ziemlich dem Klischee eines Werbers.

Reto Schild ist Creative Director, Partner sowie Mitglied der Geschäftsleitung bei Maxomedia und seit 2010 an Bord der Berner Fullservice-Werbeagentur. Zuvor war er Art Director bei Contexta und bei der Agentur Neue LGK. In seiner Freizeit macht der zweifache Vater Metal-Hardcore bei der Band Aim At The Sun.

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